Zum Inhalt springen

Wenn die Insel leiser wird

Der Herbst auf Borkum

Ab September verändert sich hier alles: Der Strand wird leer, die Farben werden weicher, und der Wind übernimmt die Regie. Für viele unserer Stammgäste ist genau das die eigentliche Saison.

Dieselbe Stelle, zwei Monate

Der Blick von der Promenade über dem Nordstrand — links, wie ihn die meisten Gäste kennen, rechts, wie er ab November aussieht. Es ist derselbe Strand, dieselbe Milchbude, dieselbe Reihe Standplätze. Nur die Körbe sind weg.

Im Hochsommer

Die Insel ist voll, laut und fröhlich

  • Die Strandkorbreihe steht, die Badestellen sind bewacht.
  • An der Milchbude gibt es Kakao, Kaffee und Eis.
  • Über dem Strand stehen Drachen, unten werden Priele gestaut.
  • Man teilt den Weg zum Wasser mit vielen anderen.

Im November

Die Insel gehört wieder sich selbst

  • Die Strandkörbe sind weg — der Strand liegt frei.
  • Einzelne Betriebe machen Winterpause, die Wege bleiben.
  • Der Wind übernimmt: Gischt in der Luft, Sand in flachen Bändern.
  • Man begegnet mehr Möwen als Menschen.

Was sich nicht ändert

  • Das jodhaltige, pollenarme Hochseeklima — im November sogar besonders klar.
  • Die zwei Minuten von der Seehundsbank hinunter zum Nordstrand.
  • Der Parkplatz am Haus und die Wohnung selbst, warm und ruhig wie im Juli.
  • Die ganzjährige Schiffsverbindung der AG EMS ab Emden, nur mit dünnerem Fahrplan.

Die Insel gehört wieder sich selbst

Im Sommer ist Borkum voll, laut und fröhlich. Im Herbst wird die Insel zu dem, was sie das ganze Jahr über eigentlich ist: ein Stück Land weit draußen in der Nordsee, um das sich Wind und Wasser kümmern. Die Strandkörbe verschwinden, die Promenade wird zur Aussichtsplattform, und auf einem Spaziergang begegnet man mehr Möwen als Menschen.

Man kommt im Herbst nicht wegen des Wetters. Man kommt, weil einem niemand im Weg steht.

Das gilt auch für die Wege. Die Radrouten über die Insel, der Weg Richtung Ostland, der Blick über die Salzwiesen — im Oktober hat man das alles für sich. Wer Vögel beobachtet, reist ohnehin lieber in der Zugzeit an: Über dem Wattenmeer sind dann Zehntausende Tiere unterwegs, die auf dem Weg nach Süden Rast machen.

Strandpavillon bei stürmischer See
Der Strandpavillon bei stürmischer See. So sieht der Nordstrand aus, wenn der Wind von vorn kommt.

Sturmspaziergänge

Es gibt kaum etwas, das den Kopf so gründlich freipustet wie eine Stunde am Nordstrand bei sechs Windstärken. Die Gischt steht in der Luft, der Sand fliegt in flachen Bändern über den Strand, und nach zwanzig Minuten schmeckt alles nach Salz. Wichtig ist nur die richtige Ausrüstung — sie steht gleich hier unten.

Bei Sturm gilt außerdem Vernunft vor Romantik: Halten Sie Abstand zur Wasserkante, meiden Sie Buhnen und Steinkanten, und respektieren Sie Absperrungen. Wenn eine Sturmflut angekündigt ist, hält man sich an die Hinweise vor Ort. Danach ist der Strand ein anderer als vorher — und genau deshalb geht man hin. Wie der Nordstrand im Sommer aussieht, steht auf der Strandseite.

Möwe im Flug über dem Meer
Möwe im Flug über dem Meer. Im Herbst begegnet man am Strand mehr von ihnen als von uns.
Erst der Sturm, dann der Tee. In dieser Reihenfolge ergibt der Herbst hier Sinn.

Was mitkommen sollte

Die Packliste für Borkum im Herbst ist kurz und hat mit Temperatur wenig zu tun.

Winddichte Jacke
Nicht die dickste, sondern die dichteste. Gefühlt entscheidet auf Borkum nicht das Thermometer, sondern der Wind.
Mütze, die hält
Eine, die bei sechs Windstärken nicht Richtung Ostland unterwegs ist. Das ist keine Redensart.
Feste Schuhe
Für nassen Sand, für die Wege durch die Dünen und für den Moment, in dem eine Welle weiter läuft als gedacht.
Kein Regenschirm
Er überlebt Borkum nicht. Was hier funktioniert, ist eine Kapuze.
Etwas zum Wechseln
Nach zwanzig Minuten am Strand schmeckt alles nach Salz — und die Jacke trägt es mit nach Hause.

Teestuben und die ostfriesische Teezeremonie

Ostfriesland trinkt mehr Tee als jede andere Region Deutschlands, und auf Borkum merkt man das spätestens, wenn man nach dem Spaziergang durchgefroren in eine Teestube fällt. Serviert wird nach fester Ordnung: ein Kluntje in die Tasse, darauf der heiße Tee — es knackt —, dann ein Wölkchen Sahne, das über den Rand des Löffels an den Rand der Tasse gleitet. Umgerührt wird nicht. Man trinkt die Schichten, wie sie kommen: erst herb, dann sahnig, zum Schluss süß.

Drei Tassen gelten als höflich. Wer nicht mehr möchte, legt den Löffel in die Tasse — sonst wird nachgeschenkt, und zwar so lange, bis das Signal kommt. Für einen Nachmittag, an dem draußen der Regen waagerecht fliegt, gibt es kaum eine bessere Beschäftigung.

Was in der Nebensaison anders ist

Ehrlich gesagt: nicht alles ist geöffnet. Einzelne Betriebe machen Winterpause, manche Öffnungszeiten sind kürzer, und der Schiffsfahrplan ist dünner als im Sommer. Das ist kein Nachteil, wenn man es weiß — es ist nur ein Grund, kurz vor der Anreise nachzuschauen. Was auf der Insel geöffnet hat und was an Veranstaltungen läuft, veröffentlicht die Nordseeheilbad Borkum GmbH unter borkum.de; die Abfahrten stehen bei der AG EMS unter ag-ems.de.

Was sich nicht ändert: die Luft. Das jodhaltige, pollenarme Hochseeklima gibt es auch im November — dann sogar besonders klar. Und die Seehundsbank ist im Herbst genauso warm, ruhig und zwei Minuten vom Strand entfernt wie im Juli.

Welche Preise für Ihren Zeitraum gelten, sehen Sie vollständig auf Preise & Belegung — dort steht auch der Belegungskalender mit den freien Zeiträumen.

Häufige Fragen

Lohnt sich Borkum im Herbst und Winter?
Wenn Sie Ruhe suchen: sehr. Der Strand ist weitgehend leer, die Luft ist klar, und die Insel gehört wieder mehr den Einheimischen als den Tagesgästen. Wer Badewetter erwartet, ist dagegen im Hochsommer besser aufgehoben.
Hat in der Nebensaison alles geöffnet?
Nein. Einzelne Betriebe machen Winterpause, und Öffnungszeiten sind kürzer als im Sommer. Was geöffnet ist, veröffentlicht die Nordseeheilbad Borkum GmbH unter borkum.de — schauen Sie kurz vor der Anreise nach.
Fahren die Schiffe auch im Winter?
Ja, die AG EMS bedient Borkum ganzjährig ab Emden. Der Fahrplan ist im Winter allerdings dünner als im Sommer, und bei schwerem Wetter kann es zu Verschiebungen kommen. Prüfen Sie die Abfahrten am Reisetag unter ag-ems.de.Die Anreise mit Fähre und Katamaran
Was kostet die Wohnung in der Nebensaison?
Die gültigen Preise stehen vollständig auf unserer Seite „Preise & Belegung" — inklusive Servicegebühr und dem Hinweis auf den Gästebeitrag der Insel. Dort sehen Sie im Belegungskalender auch gleich, welche Zeiträume frei sind.Preise und freie Zeiträume ansehen
Wie kalt wird es auf Borkum?
Deutlich milder als im Binnenland, dafür windiger: Das Meer gleicht die Temperaturen aus. Gefühlt entscheidet nicht das Thermometer, sondern der Wind — winddichte Jacke, Mütze und feste Schuhe sind wichtiger als dicke Pullover.
Bleibt die gute Luft auch im Winter?
Ja. Das jodhaltige, pollenarme Hochseeklima hängt an der Lage der Insel, nicht an der Jahreszeit — im November ist die Luft sogar besonders klar. Auch die Wohnung selbst ist unverändert: rauchfrei, tierfrei, allergenarm und zwei Minuten vom Nordstrand entfernt.Warum die Luft auf Borkum anders ist

Zeit für ein paar stille Tage?

Herbst und Winter sind auf Borkum kein Trostpreis, sondern eine eigene Jahreszeit. Schauen Sie nach, wann die Seehundsbank frei ist.